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Berenike Binder und Julia Schmitz an einer der Schaufensterpuppen, die Mode aus der neuen Kollektion ATAVOLA trägt.

ATAVOLA – Die Fashion Ausstellung 2026 im Atelier Binderina

Unter dem Motto ATAVOLA veranstaltete Berenike Binder mit ihrem Fast Fashion Team, gegründet vor zwei Jahren im Rahmen des Projektes „Fashion Think Tank“, eine weitere Modeausstellung rund um das Thema der nachhaltigen Mode. Zahlreiche Besucher und Besucherinnen waren nach Reinfeld gekommen, um die Angebote der Ausstellung wahrzunehmen und sich über die globale Produktion und die Handelswege von Mode auszutauschen.

Cordula Eickmann

Iris Mallonu und Britta Zankl vom Fashion Team sitzen gemeinsam mit Britta Grimm am großen Mittmachtisch in den Räumen des Ateliers Binderina. Auf einer alten Leinendecke ist mit einem Edding ein Schmetterling aufgemalt, das Logo des Ateliers, der nun mit Stickereien und aufgenähten Knöpfen verziert wird. „Wir fertigen hier gemeinschaftlich im Kollektiv ein Kunstwerk für das Atelier. Ich bin von Anfang an dabei, hatte früher ein Geschäft in Reinfeld, auch für Fast Fashion. Irgendwann habe ich die schlechte Qualität der Kleidung nicht mehr ausgehalten und umgesattelt“, erzählt Britta Zankl. Sie schätzt es, wie bewusst im Team mit Mode- und Modegestaltung umgegangen wird. Auch Besucherin Britta Grimm, die gerne häkelt, strickt und näht, ist von der Idee der Fast Fashion Gruppe begeistert: „Hier kann ich mit anderen Menschen kreativ sein und tolle Projekte machen. Alleine und zuhause würde ich das nicht tun.“

ATAVOLA heißt die neue Kollektion der Fashion Gruppe, die in einer Modenschau als Dauerschleife in einem Video gezeigt wird. „Der Name der neuen Kollektion hat zwei Bedeutungen. Zum einen haben wir alte Tischdecken, Spitzendeckchen und Bettwäsche verwendet und diese mit Obst in Form von Schmuck und Häkelteilen verziert. Also ganz so, als würden wir einen Tisch schön decken – ‚a tavola‘ eben. Die zweite Bedeutung liegt darin, Menschen gemeinsam an einen Tisch zu bringen, sich auszutauschen, zusammen aktiv zu werden und auch altes Wissen zu teilen und an junge Leute zu vermitteln, zum Beispiel die Kunst des Klöppelns“, erklärt Berenike Binder die Ausstellungsthematik.

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Heidi Heeren liebt Stoffe, Kleidung, Mode und das Kreativ-Sein und wird regelmäßig als Modell für die Veranstaltungen der Fast Fashion Gruppe gebucht.

Nach dem Kulturfond 2025, für den sie mit ihrem Fashion Think Tank den Zuschlag erhalten hatte, blieb die Gruppe zusammen und fragte sich, wie es weitergehen könne. „Wir sind jetzt auch Teil der ‚Fashion Revolution‘, die weltweit aktiv ist und sich für Nachhaltigkeit und faire Produktionsbedingungen in der Mode einsetzt. Aktuell läuft die Fashion Revolution Week, die jährliche Kampagnenwoche, zum 12. Mal und erinnert an den 24. April 2013“, so Berenike Binder weiter. Damals war in Bangladesch ein Gebäude eingestürzt, das zahlreiche Bekleidungsfabriken beherbergte, in denen rund 5000 Menschen beschäftigt waren, um Bekleidung für die weltweit größten Modemarken herzustellen. Bei dem Einsturz starben 1135 Menschen, überwiegend junge Näherinnen, weitere 2438 Arbeiterinnen und Arbeiter wurden verletzt.

„‘Die Fashion Revolution Week‘ ist eine Form des Aktivismus, die weltweit stattfindet und in diesem Jahr unter dem Motto ‚collective action‘ läuft. In vielen großen Städten finden Kleidertauschaktionen statt und Repaircafés werden angeboten. Mit unserer heutigen Ausstellung wollen wir einen Teil dazu beitragen, diese Aktionen zu unterstützen“, ergänzt Berenike Binder weiter.

Über die Vielfalt der Mitmachaktionen an den Ständen der Fast Fashion Ausstellung ATAVOLA freuten sich die Gäste und zeigten großes Interesse. „Ich finde es großartig, hier beim Kleidertausch gebrauchte Sachen hinhängen und ebenso gebrauchte Kleidung mitnehmen zu können. Auch die genähten Kleidungsstücke sind toll. Die Fast Fashion Problematik mit großen Auswirkungen in den ärmeren Produktionsländern, aber durch den Klimawandel mittlerweile auch für uns spürbar, wird hier thematisiert“, meint Besucherin Andrea Stintat aus Reinfeld.

Mit ihrem großen Repair-Koffer bot Julia Schmitz von der Kleiderei in Hamburg die Möglichkeit, kaputte Kleidungsstücke reparieren zu lassen. „Der Wert der Handarbeit ist so wichtig, ebenso die Reststoffverwertung. Das Wissen über Fast Fashion ist da und oftmals auch ein Bewusstsein darüber, nur die Strukturen haben sich noch nicht verändert“, gibt sie zu Bedenken.

Mit Stickereien und Obststickern verzierte Kleidung, von der Fast Fashion Gruppe gefertigt und zum Kauf angeboten, sowie der Kleiderkauf der Deutschen Roten Kreuzes mit Second Hand-Ware vervollständigten das Angebot des Ausstellungstages, der wie auch im Vorjahr ein großer Erfolg war und für richtig gute Laune sorgte.

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