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Gute Filme, gedimmtes Licht und gemeinsam kreativ sein: das Strick-Kino in Bargteheide. (c) C. Eickmann

Handarbeit im Kinosaal – Stricken im Kleinen Theater Bargteheide

Seit September letzten Jahres bietet das Kino-Team vom Kleinen Theater Bargteheide ein neues Format im Abendprogramm an. Einmal im Monat findet das Strick-Kino statt, bei dem die Besucherinnen und Besucher bei gedimmtem Licht und angepasster Lautstärke im Saal zu den Nadeln greifen, während auf der Leinwand ein Wohlfühl-Filmklassiker läuft. Das Konzept kommt gut an und die nächsten Termine sind bereits geplant.

Cordula Eickmann

Es sollen eine Decke, ein Schal und ein Dreieckstuch werden, die die drei Freundinnen Martina Maincke, Anna Winterstein und Constanze Hertel an diesem Strick-Kinoabend mitgebracht haben. Die Handarbeiten sind ausgepackt, die Nadeln liegen in den Händen und gleich startet der Film „Die fabelhafte Welt der Amelie“, ein Filmklassiker des französischen Kinos. Die drei Frauen freuen sich auf einen gemütlichen und zugleich anregenden Abend, an dem sie auf ihr Hobby nicht verzichten müssen. „Es ist so eine tolle Idee“, sagt Constanze Hertel aus Bargteheide und fügt hinzu: “Wir haben uns leichte Sachen zu stricken mitgebracht, damit man nicht zählen muss und auch ein bisschen plaudern kann. Wir hoffen, dass sich das Strick-Kino etabliert.“ Martina Maincke aus Ammersbek, die schon zum vierten Mal dabei ist, ist ebenfalls begeistert: „Es ist mal etwas ganz Anderes. Im Kino ist es hell genug, um zu handarbeiten. Und ich finde es großartig, sich an diesem Abend überraschen zu lassen, welcher Film gezeigt wird.“ „Wir würden auch gerne einmal einen blindsided Film sehen. Man kommt her und weiß vorher nicht, was gezeigt wird. Mit dem Strick-Kino können wir das Kleine Theater mit dieser neuen Idee unterstützen“, ergänzt Anna Winterstein aus Bargteheide die Begeisterung der drei Frauen.

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Die Strickdesignerin Jutta Bücker umgeben von Wolle, Anleitungen und Modellen in ihrem Arbeitszimmer. (c) C. Eickmann

Als besonderes Bonmot des neuen Formats „Strick-Kino“ war an zwei Abenden die bundesweit bekannte Strick-Designerin und Bloggerin Jutta Bücker aus Bargteheide anwesend. Die Kinobesucherinnen konnten sich vor und nach dem Film an ihrem Promotionsstand im Foyer fachmännischen Rat holen. „Ich kenne das Strick-Kino schon lange aus Skandinavien. Dort füllt es ganze Theater- und Kinosäle. Stricken hat in diesen Ländern in keinster Weise etwas Ältliches oder Omahaftes an sich. Egal welchen Alters, die Frauen stricken und sind dabei so peppig“, weiß Jutta Bücker zu berichten. Sie ist regelmäßig in Skandinavien unterwegs, vorwiegend in Dänemark auf den Faröer-Inseln und in Norwegen, um auf Strickreisen zu gehen oder Fotoshootings für eines ihrer Strickbücher zu machen. Seit 35 Jahren ist die gelernte Damenschneiderin als Strickdesignerin erfolgreich tätig und hat bisher vier Bücher herausgebracht, die in der ganzen Republik gelesen werden und Hilfe und Tipps beim Stricken bieten. Zudem ist sie eine eifrige Bloggerin. „Ich bin so dankbar, dass es Instagram gibt. Sehr viele meiner Kundinnen, die bei mir Wolle bestellen und bereits fertig gestrickte Kleidung, alles perfekt konfektioniert, kommen über diesen Social-Media-Kanal“, so Jutta Bücker, die keinem Trend folgt und nur entwirft, was ihr gefällt. Über ihren Webshop nimmt sie zudem Aufträge ihrer Kundschaft entgegen, liefert genaue Strickanleitungen und ist in ganz Norddeutschland auf Strickmessen und Strickfestivals vertreten. „Für mich ist Stricken Entspannung pur. Und Stricken ist in jederlei Hinsicht eine gute Therapie, auch für Menschen mit Depressionen oder Krebserkrankungen. Es gibt nichts Besseres“, ist die sympathische Strickexpertin überzeugt.

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Martina Maincke, Anna Winterstein und Constanze Hertel freuen sich auf einen entspannten Strick-Kinoabend im Kleinen Theater. (c) C. Eickmann

Die Idee des Strickkinos stammt aus den skandinavischen Ländern, wo sich dieses besondere Kinoerlebnis längst etabliert hat. Mittlerweile wird es auch in vielen Kinosälen Deutschlands angeboten und erfreut sich unter den Kreativen einer immer größer werdenden Beliebtheit. „Die ersten beiden Strick-Kinoabende waren ein voller Erfolg und haben gezeigt, wie gerne Menschen ihre Hobbys miteinander verbinden“, sagt Rena Eckart vom Kino-Team des Kleinen Theaters. Bei der Auswahl der Filme zeigt sich das gute Gespür der Kinomacherin. Den Start machte die britische Komödie „Bridget Jones“, gefolgt von Karoline Herfurths Erfolgsfilmen „Wunderschön“ und „Wunderschöner“ sowie dem schwedischen Musikfilm-Drama „Wie im Himmel“. Nach „Die fabelhafte Welt der Amelie“ folgen am 19. Februar 2026 die Romanze „Jane Austen und das Chaos in meinem Leben“ sowie am 26. März 2026 der französisch-belgische Spielfilm „Die progressiven Nostalgiker“.

Wer Jutta Bücker kennenlernen möchte, hat am 14. Und 15. Februar 2026 dazu beim „Strickfestival Farbenrausch“ im Modezentrum Schnelsen in Hamburg Gelegenheit. Und auch beim „Hamburg Knit Festival“ am ersten Septemberwochenende auf Gut Karlshöhe ist die Bargteheiderin mit ihrer Strickmode vertreten und wirkt an einer Modenschau mit. Unter www.jbstrickdesign.de und bei Instagram unter @jb_knitting können sich Interessierte über Jutta Bücker und ihre Arbeiten und Angebote informieren.

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