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Das Ensemble von „Lilli in Sturmland“: Torben Widdermann (v.li.), Tiziana Turano, Carl van Wegberg (vorne), Regisseur Jan Hasenfuß (hinten) und Felix von Sassen. Nicht auf dem Foto: Janne Marie Peters und Jens Wrede.

Wo die Winde heftig wehen und die Wiesen kräftig grünen

Ein Probenbesuch beim Theaterstück „Lilli in Sturmland“ des Pilotprojekts „Kultur in Stormarn – von A bis Z“

Text und Fotos von Christian Thiesen

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Torben Widdermann (li.) wirkt als Musiker bei dem Theaterstück mit, Darsteller Carl van Wegberg als böser Zauberer.

„Ihr müsst alles rausholen, die ganzen Emotionen“, fordert Jan Hasenfuß die Umstehenden im Probenraum der Musicalschule Ahrensburg auf. Er ist Regisseur und Autor des musikalischen Theaterstücks „Lilli in Sturmland“ und seine Zuhörer sind die Musiker und Darsteller des Stücks für Kinder ab vier Jahren und ihre Familien. Tiziana Turano, Felix von Sassen, Carl van Wegberg und Torben Widdermann sind in der zweiten Probenwoche und arbeiten an ihren Rollen.

Bis zum 19. August haben sie noch Zeit, dann hat „Lilli in Sturmland“ Premiere im Schloss Reinbek. Danach tourt das Stück mit einer mobilen Bühne durch den Kreis Stormarn und wird dort noch an 19 weiteren Freiluft-Spielorten aufgeführt. Es ist der verbindende Programmpunkt des Kultursommers mit zahlreichen weiteren Veranstaltungen an den unterschiedlichen Spielorten.

Um eine Reise geht es auch in „Lilli in Sturmland“. Nachdem die zehnjährige Lilli eingeschlafen ist, findet sie sich im Traum in Sturmland wieder. Dies ist ein alter Begriff für die Region des heutigen Stormarn. Dort begegnen ihr die Ureinwohner, die Stormariis. Ihnen wurden von einem bösen Zauberer die Stimmen geraubt. Nur der polternde Stormi hat seine behalten. Mit ihm will Lilli die Stormariis von dem Fluch befreien und ihnen ihre Stimmen zurückholen. Frei nach dem Kinderbuchklassiker „Alice im Wunderland“ geht Lilli ihren Weg durch das Sturmland und trifft dabei auf Stormarner Orte, Landschaften und Namen. Darunter sind unter anderem der Hahnheider Berg, der Trittauer Forst und die Buddikate.

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Mit vollem Körpereinsatz: Torben Widdermann, Felix von Sassen und Carl van Wegberg (v.li.) spielen die Stormariis, die Ureinwohner von Sturmland.

Stormarn und seine Landschaft finden sich auch als Motiv im Sturmlandlied, das im Theaterstück mehrmals erklingt. „Wo die Winde heftig wehen, wo die Wiesen kräftig grünen, sind wir in Stormarn …“ beginnt der Refrain. In der Probe stimmt Tiziana Turano als Lilli das Lied an, bricht ab, sammelt sich und singt es dann fehlerfrei. „Sehr schön, aber denk daran, Felix anzuschauen“, sagt Regisseur Hasenfuß und zeigt auf Felix von Sassen als Lillis Gefährte Stormi. Der darf das Sturmlandlied später ebenfalls singen. Laut und schief schmettert er das Lied, das ansonsten mit Text und Melodie das Zeug zur neuen Stormarn-Hymne hat.

Doch Stormis Gesang hat seinen Grund, gilt es doch den bösen Zauberer alias Carl van Wegberg zurückzuweisen. Dieser versucht mit den Armen dagegenzuhalten, rudert herum, stemmt sich gegen Stormis Sangeskraft. Doch vergeblich, er wird in die Flucht geschlagen. „Sehr gut“, lobt Jan Hasenfuß die Darsteller. Die Stimmung im Ensemble ist gut, gern nehmen sich die Akteure auch mal gegenseitig auf den Arm und frotzeln herum. Offensichtlich haben sie Spaß bei der Arbeit, machen aber auch konzentriert mit.

Szenenwechsel: Lilli redet mit drei Stormarii, den Einwohnern von Sturmland. „Wer seid ihr“, fragt sie die ihr unbekannten Gestalten. Doch diese haben ja ihre Stimmen verloren. So müssen Torben Widdermann, Felix von Sassen und Carl van Wegberg als Stormarii mit Händen und Füßen kommunizieren. Sie nicken mit dem Kopf, bewegen die Arme, knien nieder, stehen wieder auf, hüpfen umher, alles hektisch und aufgeregt. Bei dieser Szene sollen später bei den Aufführungen auch die Zuschauer und insbesondere die Kinder eingebunden werden und mit Lilli die Pantomime der Stormarii erraten.

„Die eigens für den Kreis geschriebene Inszenierung feiert auf einer Reise durch das Kreisgebiet symbolisch das Wiedererwachen der Kultur nach der Pandemie“, sagt Hauke Wendt. Er ist Inhaber der Musicalschule Ahrensburg und hat die musikalische Leitung des Stücks übernommen. Getextet und komponiert wurde dessen Musik vom Sänger, Schauspieler und Sprecher Fabian Harloff („Notruf Hafenkante“). Beide sorgen mit Regisseur Jan Hasenfuß für weiteren Stormarner Bezug des Theaterstücks: Alle drei sind im Kreis aufgewachsen oder dort seit vielen Jahren wohnhaft. „Leute von hier machen ein Stück für hier“, sagt Jan Hasenfuß, der auch als Schauspieler („Soko Wismar“, „Nord Nord Mord“) und Sprecher tätig ist.

Er hofft, dass „Lilli in Sturmland“ beim Publikum gut ankommt und auch nach dem Kultursommer noch weitere Aufführungen möglich sind. „Es wäre schön, das Stück ins Jahr 2022 herüberzubringen und wenn sich hier ein Ensemble für weitere Kulturformate findet“, sagt der Regisseur.    

Besetzung und Produktion:

Lilli: Tiziana Turano/Janne Marie Peters
Stormi, 1.Stormarii: Felix von Sassen
Böser Zauberer, Buddikate, Vater, 2.Stormarii: Carl van Wegberg
Musiker, 3.Stormarii: Torben Widdermann/Jens Wrede
Bühne und Kostüm: Pascal Seibicke
Musikalische Leitung: Hauke Wendt
Musik: Fabian Harloff
Autor und Regie: Jan Hasenfuß

„Lilli in Sturmland“, Premiere in Reinbek, 19. August, 16 Uhr, Schloss Reinbek, Schlossstraße 5

Weitere Aufführungstermine auf www.kultursommer-stormarn.de

Der Eintritt ist frei. Kartenreservierungen unter kultur@kreis-stormarn.de

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