10.1 Sachsenwald Gymnasium

Das Sachsenwald-Gymnasium in der Schulstraße – Foto Manzel

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Gymnasium Sachsenwaldschule

Im November 1924 gründeten 13 Gemeinden den Zweckverband „Reform-Realgymnasium Reinbek“. In den Jahren 1925/26 wurde das Schulgebäude mit Turnhalle, einem Rektorenhaus und drei freistehenden Lehrerhäusern nach Bauplänen des Hamburger Architekten Heinrich Bomhoff errichtet.

Die bereits einige Jahre zuvor geplante Schulgründung sollte Kindern in Reinbek den Besuch der höheren Schule erleichtern. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war vielen Kindern der Weg auf eine höhere Schule versperrt, weil ihre Eltern das Schulgeld nicht bezahlen konnten. Zudem war der Besuch solcher Schulen mit sehr weiten Wegen verbunden. So mussten die Kinder aus der Reinbeker Gegend nach Bergedorf oder Hamburg fahren. Um 1920 konnten die höheren Schulen der Hansestadt jedoch nicht mehr alle Schulkinder aus den preußischen Randgemeinden aufnehmen.

Reformrealgymnasium für Jungen und Mädchen

1921 beantragte die Reinbeker Gemeindeverwaltung bei der preußischen Behörde in Berlin die Errichtung eines Reformrealgymnasiums für Jungen und Mädchen. 1924 wurde ein Zweckverband gegründet, dem die Gemeinden Aumühle, Boberg, Börnsen, Glinde, Havighorst, Lohbrügge, Ohe, Reinbek, Schönningstedt, Stemwarde, Wentorf und Wohltorf angehörten. Dieses Jahr gilt als Gründungsjahr des Gymnasiums. Der danach mit dem preußischen Staat abgeschlossene Vertrag für ein Gymnasium sah vor, dass der Staat 50% der Bau- und 75% der Personalkosten zu tragen habe, den Rest übernahm der Zweckverband. Die Gemeinde Reinbek stellte das Grundstück kostenlos zur Verfügung. Der Zweck- oder Schulverband, wie er später hieß, bestand noch bis zur Mitte der 70er Jahre. Heute wird die Sachsenwaldschule von der Stadt Reinbek getragen.

Der preisgekrönte Entwurf des Architekten Bomhoff, der ein Schulgebäude im Stil des Klinkerexpressionismus vorstellte, wurde angenommen. 1925 konnten Grundsteinlegung und Richtfest gefeiert werden. Ein Jahr nach Baubeginn - am 24. Juni 1926 - fand die Einweihungsfeier statt. Bis dahin fand der provisorische Unterricht in der Gaststätte „Landhaus“ statt.

1928 wurde die Schule, die bereits von ca. 300 Schülern besucht wurde, durch den Bau des Südflügels erweitert. Das erste Abitur fand Ostern 1929 statt.

1930er Jahre und die Zeit nach Kriegsende

Der politische Umschwung zu Beginn der 30er Jahre griff tief in das Schulleben ein. 1939 schlug sich die Neuordnung des höheren Schulwesens auch äußerlich nieder. Aus dem Reformrealgymnasium für Jungen und Mädchen wurde die Sachsenwaldschule Reinbek.

Die Luftangriffe auf Hamburg im Juli 1943 hatten auch Auswirkungen auf diese Schule. 400 bis 500 Menschen, die durch Bomben ihre Wohnung verloren hatten, wurden bis zur Weiterleitung nach Mecklenburg hier untergebracht. Das Schuljahr konnte erst mit Verspätung beginnen. Ab Januar 1945 wurde das Gebäude als Lazarett genutzt. Der Unterricht wurde in Privathäusern und im Keller des Schulhauses notdürftig aufrechterhalten.

Die Gebäude, die Einrichtung, die wertvollen Sammlungen und Apparate haben die Kriegszeit unbeschadet überstanden. Dadurch konnte der Unterricht knapp ein Jahr nach dem Kriegsende wieder beginnen. Im Januar 1946 wurde die Sachsenwaldschule wieder eröffnet.

Erweiterung in den 1960er Jahren

Im Laufe der nächsten Jahre stieg die Schülerzahl stetig, und zu Beginn der 60er Jahre wurde deutlich, dass einige Räume nicht mehr zeitgemäß waren. Unter Beteiligung des Landes, des Förderfonds für das Hamburger Randgebiet, des Kreises Stormarn und des Schulverbandes wurde 1963 die Erweiterung der Schule beschlossen. Ein modern eingerichteter naturwissenschaftlicher Bau - mit dem Altbau durch eine Pausenhalle verbunden - und eine Turnhalle wurden 1964 fertiggestellt. Aber schon bald war die Sachsenwaldschule dem Ansturm der Schüler erneut nicht mehr gewachsen. 1966 wurde daher die Außenstelle Wentorf eingerichtet (seit 1968 Gymnasium). 1971 wurde dem Schulgebäude in Reinbek ein Trakt für acht Klassen in Fertigbauweise angefügt. 1972 entstanden weitere Klassenräume dieser Bauart. Der früher nach Westen offene Schulhof ist seitdem fast vollständig von Gebäuden umschlossen. Später folgten weitere Neu- und Ausbauten.

Im Jahre 1986 wurde die Sachsenwaldschule, das Rektorenhaus und die drei freistehenden Lehrerhäuser unter Denkmalschutz gestellt.

10.2 Sachsenwald Gymnasium

Das Sachsenwald-Gymnasium – Blick über den Sportplatz von der Jahnstraße um 1950 – Foto: Dr. von Scheven

Schulstraße 19
21465 Reinbek

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