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Otterbrunnen

Hans Werner Könecke: Reinbek

"Kein Trinkwasser" steht groß auf einem Schild am Brunnenrand - und was macht der kleine Fischotter: Gierig schlürft er das etwas abgenutzte Wasser aus einer kleinen Quelle auf einem Granit-Plateau, dass sich inmitten der gemauerten Beckenanlage befindet. Um ihn herum scharen sich zwei Eltern-Otter und ein Geschwisterchen.

Beschreibung

Es ist eine liebliche Szene, die zum Verweilen einladen kann an diesem Ort in Reinbek, wo sich auch die Stadtbücherei befindet und gegenüber das Rathaus. Seit 30 Jahren tummeln sich die Wassertiere dort: 1986 erhielt der Bildhauer Hans-Werner Könecke von der Landeszentralbank den Auftrag dafür. Zuständig war der Architekt Horst Appelbaum, der dem Künstler freie Hand ließ für die Gestaltung der gesamten Brunnenanlage. Dabei brachte er auch drei Granitsteine ein, die der Bildhauer als Recycling-Material von einem Steinhändler bezogen hatte. Der Künstler, dessen Atelier sich nur 200 Meter entfernt um die Ecke befindet, kann sich täglich freuen an seiner Gestaltung. Nur 1991 gab es Dämpfer: Damals wurde der Brunnen zunehmend als Mülleimer verwendet, schließlich wurde gar einer der kleinen Otter gestohlen. Man fand ihn in einem Waldstück wieder, baute aber zur Sicherheit die gesamte Otterfamilie ab. Erst fünf Jahre später wurde sie restauriert und wieder aufgestellt. Dass sich in der hier vorbeifließenden Bille heute sogar wieder echte Fischotter finden, freut den Künstler außerordentlich.

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KioeR 2018 Reinbek 18

Hans Werner Könecke

1940 als Sohn eines Möllner Fliegeroffiziers in Frankfurt an der Oder geboren, wuchs er nach dem Krieg in Mölln und Hamburg bei seiner Großmutter auf. In Mölln erhielt er Mal- und Zeichenunterricht von dem Maler Max Ahrens, bevor er während einer Lehre als Modelltischler sein Talent als Bildhauer entdeckte. Über 200 seiner realistischen Werke finden sich an viele Orten - nicht nur im Hamburger Raum, sondern beispielsweise auch in Ratzeburg, Schwerin, auf dem Kreuzfahrtschiff Europa oder in New York. In Norderstedt beeindruckt eine Monumental-Plastik von ihm: der vier Meter hohe "Regentrude-Brunnen". Könecke lebt und arbeitet in Mölln und Reinbek.

Stadtbibliothek
Hamburger Straße 7
21465 Reinbek

Standort

Stadtbibliothek

Hamburger Straße 7
21465 Reinbek

Radrundtour

Das Kunstkwerk liegt an oder in der Nähe der Radrundroute 22: https://tourismus-stormarn.de/de/radrundtouren/rund-ums-billetal-45

Bronze, Klinker, 1986. Reinbek, Stadtbibliothek, Hamburger Str. 7.

Quelle: Akte der Stadt Reinbek. Bericht im "Markt", 4.10.1995 /oder 1996. Bildhauer von Format, Hans-Werner Könecke, in RZ Kultur - Das Kulturportal der Stiftung Herzogtum Lauenburg, http://rzkultur.stiftung-herzogtum.de/?kat=121&cont=1289, 22.10.2016. Telefonat Jens Rönnau mit Hans-Werner Könecke am 7.10.2016.

Text/Fotos Jens Rönnau