Kunst im öffentlichen Raum

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Galerie der Hände

Rolf Laute: Ahrensburg

Fußgängertunnel müssen kein Angstraum sein. In Ahrensburg gibt es dazu ein Gegenmodell: Die Unterführung der Bahngleise in der Manhagener Allee ist  hell gefliest, gut beleuchtet und mit einladender Kunst ausgestattet. Der gesamte Tunnel ist Frauen gewidmet: 15 Keramik-Mosaiken sind in die weißen Kachelwände eingelassen, alle mit einer rahmenden Relief-Umrandung.

Beschreibung

Die Bilder haben ein gemeinsames Thema: Sie zeigen weibliche Hände bei verschiedenen Tätigkeiten, mal realistisch, mal abstrakt. Kenner dürfen hier raten, denn es sind Details aus Klassikern der Kunstgeschichte, etwa der „Mona Lisa“ von Leonardo da Vinci, der „Geburt der Venus“ von Sandro Botticelli oder aus Gemälden des 20. Jahrhunderts von Pablo Picasso, René Magritte und anderen. In vier Lichtschächten entdeckt man zudem bunt geflieste Kopien der griechischen Venus von Milo. Schon in den Eingangsbereichen des Tunnels erscheinen in Fliesenschrift die Namen verdienter Ahrensburger Frauen, etwa Ahrensburgs und Deutschlands erste Bürgermeisterin Erika Keck (1900 - 1990) oder die Malerin Olga Kuncite (1910 - 1982). Im Sockelbereich finden sich Widmungen an Frauen, etwa an alle "Ahrensburger Mütter, Näherinnen, Omas, Arbeiterinnen" und mehr.
"Galerie der Hände" nennt der Künstler Rolf Laute seine große Keramik-Installation, die er 1991/92 geschaffen hat. Die bis heute nicht ganz vollendete Gestaltung des Ahrensburger Tunnels kam auf Empfehlung des Hamburger Architekten Wolfgang Stabenow zustande kam. In den letzten Jahren wurden einige der fehlenden Mosaiken von Lautes einstiger Ehefrau Heidi Laute-Sies ausgeführt: Der Künstler hatte sie vor seinem Tod darum gebeten.

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KioeR 2018 Ahrensburg 56
KioeR 2018 Ahrensburg 72

Rolf Laute

wurde 1940 in Hamburg geboren, wuchs durch den Beruf seines Vaters in den Alsterdorfer Anstalten auf. Das Zusammenleben mit behinderten und nichtbehinderten Menschen war für ihn selbstverständlich. Nach seinem Studium an der Hamburger Hochschule für Bildende Künste bei Carl Heinz Wiener, Walter Arno und Klaus Bendixen (1959 - 1963) war er Dozent, Lehrbeauftragter und Leiter einer Kunstschule. 1984 gründete Laute nahe der Hamburger der U-Bahn Station "Schlump“ ein Atelier für behinderte und nichtbehinderte Künstler - die "Schlumper“. Diese machten sich durch zahlreiche Projekte einen Namen - oft gemeinsam mit dem 2013 verstorbenen Rolf Laute.

Fußgängertunnel Manhagener Allee
Manhagener Allee 1
22926 Ahrensburg

Standort

Fußgängertunnel Manhagener Allee

Manhagener Allee 1
22926 Ahrensburg

Radrundtour

Das Kunstwerk liegt an oder in der Nähe der Radrundroute 12 und 15:
https://tourismus-stormarn.de/de/radrundtouren/geschichten-von-schloss-und-hof-3
https://tourismus-stormarn.de/de/radrundtouren/durch-alleenfaecher-ins-tunneltal-4

Rolf Laute, "Galerie der Hände", Keramik-Mosaiken, 1993 - 2005. Ahrensburg, Fußgängertunnel Manhagener Allee. de.wikipedia.org/wiki/Die_Schlumper

Quelle: Jens Rönnau, Die "Galerie der Hände" macht den Tunnel zum Kunstprojekt, in Kieler Nachrichten, 9.1.2015. de.wikipedia.org/wiki/Die_Schlumper, 22.10.2016. Akten der Stadt Ahrensburg. Lutz Wendler, Tunnel-Kunst wächst um einen Mosaikstein, in Hamburger Abendblatt, 17.7.2015.

(c) Text/Foto: Jens Rönnau