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Synergia

Siegfried Assmann: Großhansdorf

Eine parabelartige, nach oben geöffnete Form umschließt eine Gruppe von Menschen. Man könnte an eine Frucht, wie ein Maiskoben denken oder an einen Bootskörper. Letzteres schwebte dem Künstler Siegfried Assmann vor, als er in den 1960er Jahren die Idee zu diesem Bronzeobjekt entwickelte.

Beschreibung

Das geschah im Rahmen eines Wettbewerbs für die "Ostseehalle" in Kiel, wo ein Werk für den Vorplatz geschaffen werden sollte. Zu dieser Stadt an der Ostsee fiel dem Bildhauer der Rumpf eines Schiffes ein und die Vorstellung der Gemeinschaft der Menschen, die irgendwie "in einem Boot" sitzt. So ersann Assmann den Bootsquerschnitt als umhüllende Form für eine Menschengruppe, wobei er die Menschen auf klobigen Elementen platziert. Es könnte ein Motor sein, den der Künstler als Symbol für Technik und Fortschritt sieht, während er die Menschen als Zeichen für vielfältige geistige Kräfte versteht. "Das Geistige gibt eine kolossale Kraft, sagt Assmann, aber die Menschen sind gefangen in den Schiffswänden - denn sie sind abhängig von ihrer eigenen Technik." Der Gedanke der gegenseitigen Bedingtheit ergab den Titel "Synergia" - die Menschheit sei in ihrer Technik nämlich "gleichzeitig geborgen und gefangen." Fünf Meter Höhe sollte die Ausführung in Kiel bekommen, doch der Künstler erhielt den Zuschlag nicht. So beschloss er, sein kleineres Modell in Bronze gießen zu lassen, um es für sich selbst und seine Familie in den Garten zu stellen. 2004 kam der Gedanke auf, die Plastik in Großhansdorf vor dem Rathaus zu installieren. Nach einem vergeblichen Spendenaufruf wurde die Stadt sich mit dem Künstler einige, sie für 10.000 Euro zu erhalten - so viel etwa, wie der einstige Guss einmal gekostet hatte. Im Oktober 2005 wurde sie feierlich eingeweiht.

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KioeR 2018 Grosshansdorf 1

Siegfried Assmann

1925 in Kirchplatz in Posen geboren, studierte er ab 1947 zunächst Malerei, Grafik und Wandgestaltung an der Hamburger Landeskunstschule bei Alfred Mahlau, Theo Ortner und Willi Breest. Assmann spezialisierte sich auf Fenstergestaltungen und Glasmalerei, bildete sich zudem bei Carolus Voigt als Bildhauer weiter. Bekannt sind seine Glasfenster in der Kreuzkirche von Hamburg-Ottensen und der Kieler Nikolaikirche wie auch sein Mahnmal für das ehemalige Kriegsgefangenenlager in Gudendorf. Assmann lebte in Großhansdorf und arbeitete auch noch im Alter von 91 Jahren - beispielsweise auf Baugerüsten an Bleiglasfenstern.
Siegfrid Assmann ist im Juni 2021 im Alter von 96 Jahren verstorben.

Bargholt 64
22927 Großhansdorf

Standort

Bargholt 64
22927 Großhansdorf

Radrundtour

Das Kunstwerk liegt an oder in der Nähe der Radrundroute 16: https://tourismus-stormarn.de/de/radrundtouren/stormarner-landlust-37

Bronze, Granit, um 1965, aufgestellt 2005. Bargholt 64, Rathausplatz, Großhansdorf. www.siegfriedassmann.wordpress.com/tag/kirchenfenster/

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Siegfried_Assmann. https://siegfriedassmann.wordpress.com/. Jens Rönnau, Open Air Galerie Kiel - Kunst und Denkmäler, Neumünster 2011, S. 166. Telefonat Rönnau/Assmann am 3.10.2016. Akten der Gemeinde Großhansdorf. Akten des Kreises Stormarn.

(c) Text/Fotos Jens Rönnau